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23.300 Menschen im Kreis Lüneburg arbeiten in Teilzeit – Oft bremsen Defizite bei Kitas und Pflege Vollzeitjobs

17. февруари 2026

NGG: CDU im Kreis Lüneburg soll Vollzeitjobs auf dem Parteitag stützen

So arbeitet der Landkreis Lüneburg: Rund 23.300 Menschen haben einen Teilzeitjob. Und die Teilzeitarbeit im Landkreis Lüneburg ist weiblich: 77 Prozent davon sind Frauen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hingewiesen. Die NGG Lüneburg beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur. So liege bei den Vollzeitjobs der Anteil der Frauen im Landkreis Lüneburg bei lediglich 34 Prozent. 

„Einen Teilzeitjob zu machen ist keine Lust-und-Laune-Entscheidung. Denn wer nicht Vollzeit arbeitet, hat heute schon weniger Geld auf dem Konto und später weniger Rente“, sagt Steffen Lübbert von der NGG Lüneburg. Teilzeitarbeit sei „keine Bequemlichkeit“, sondern für viele Beschäftigte im Kreis Lüneburg die Voraussetzung, um den Beruf überhaupt mit der Familie und mit der Pflege von Angehörigen vereinbaren zu können. 

„Wenn der Wirtschaftsflügel der CDU künftig Menschen, die in Teilzeit arbeiten und gleichzeitig Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen, einen Vollzeitjob verordnen will, dann lässt das jedes soziale Gespür vermissen“, so die Kritik von Steffen Lübbert. Der Geschäftsführer der Lüneburger NGG appelliert an die CDU im Landkreis Lüneburg und an die Delegierten aus der Region, Ende Februar (Hinweis f.d. Red.: 20. und 21. Februar) den Antrag des Wirtschaftsflügels der Union zur Reform der Teilzeit auf dem Parteitag der CDU in Stuttgart „abzuschmettern“. 

Es bringe nichts, den Menschen „die Daumenschrauben anzuziehen, um sie zum Vollzeitpensum im Job zu zwingen“. Solange es nicht mehr Kitaplätze gebe, werde es nicht funktionieren, mehr Menschen in Vollzeit zu bringen. „Immerhin hat der Wirtschaftsflügel der Union diesen Punkt bei seinem Teilzeit-Vorstoß nach langem Hin und Her jetzt aufgegriffen und sich damit wenigstens ein Stück weit näher an die Probleme der Beschäftigten herangerobbt“, so Lübbert. Auch wer einen Angehörigen pflege, könne zu Hause nicht alles stehen und liegen lassen, um mehr Stunden im Job zu machen, so Steffen Lübbert. Allein im Jahr 2023 leisteten Angehörige bundesweit unbezahlte Pflegearbeit im Wert von 206 Milliarden Euro. „Sie entlasten damit das Sozialversicherungssystem und erbringen eine Leistung, die nicht von den Beiträgen gedeckt wird“, sagt Lübbert. Die Gewerkschaft beruft sich hierbei auf eine aktuelle Studie der Hochschule Zittau/Görlitz. 

Wenn Beschäftigte allerdings in der Lage seien, Vollzeit zu arbeiten, dann sollten sie sich „nicht mit einem Teilzeitjob abspeisen lassen“, sagt Lübbert. Die NGG Lüneburg warnt Arbeitgeber im Kreis Lüneburg davor, ihre Beschäftigten – und hier vor allem auch Frauen – „in Teilzeit zu drängen“: „Entscheidend ist, welches Arbeitspensum man persönlich machen kann und will. Darauf sollten die Beschäftigten pochen. Es darf nicht darum gehen, dem Betrieb mit einem ‚Teilzeit-Kompromiss‘ entgegenzukommen, wenn man lieber Vollzeit arbeiten möchte“, sagt NGG-Geschäftsführer Lübbert.