Branche mit hohen Umsätzen | NGG fordert Lohn-Plus für Beschäftigte Pandemie lässt Appetit auf Süßwaren steigen

17. März 2021

Süßwaren liegen in der Pandemie im Trend. Wer Schokolade, Kekse & Co. herstellt, soll nun eine Lohnerhöhung bekommen, fordert die Gewerkschaft NGG.


Hunger auf Schokolade & Co. in der Pandemie gestiegen: Im Landkreis Lüneburg wurden im vergangenen Jahr rein rechnerisch rund 6.100 Tonnen Süßwaren gegessen – davon allein 1.700 Tonnen Schokoladenwaren, 1.000 Tonnen Knabberartikel und 820 Tonnen Speiseeis. Diese Zahlen hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) anhand aktueller Zahlen des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie ermittelt. Demnach stieg der Verbrauch süßer und salziger Snacks im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent auf durchschnittlich 33,4 Kilo pro Kopf.

„Vom Eis, das zuhause gegessen wird, wenn die Eisdiele zu hat, über die Kekse als Nervennahrung im Homeoffice bis hin zu den Chips vorm heimischen Fernseher – in der Pandemie greifen viele Menschen verstärkt zu Süßwaren“, sagt Steffen Lübbert, Geschäftsführer der NGG-Region Lüneburg. Die steigende Nachfrage gerade im Lebensmitteleinzelhandel führe zu wachsenden Umsätzen bei den Herstellern, an denen nun auch die Beschäftigten der Branche beteiligt werden sollen. In der anstehenden Tarifrunde für die norddeutsche Süßwarenindustrie fordert die Gewerkschaft ein „kräftiges Einkommensplus“. Die Löhne sollen um 4,5 Prozent und dabei mindestens um 150 Euro steigen, für Auszubildende soll es 100 Euro mehr im Monat geben und dazu einen Vorteil für NGG Mitglieder. Zu den wichtigsten Standorten in der Region zählt der Hersteller von Marzipan- und Schokoladenspezialitäten Horst Schluckwerder in Adendorf.

„Von einer Krise kann in der Branche, anders als in anderen Wirtschaftszweigen, keine Rede sein“, betont Lübbert. Zwar habe es im Zuge weltweiter Lockdowns leichte Rückgänge beim Exportgeschäft gegeben. Aber „unterm Strich“ stünden die Firmen wirtschaftlich gut da. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz in der deutschen Süßwarenindustrie laut Statistischem Bundesamt um 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Nach Unternehmensangaben gab es im vergangenen Jahr im Bereich der Knabberartikel (Salzstangen, Chips, gewürzte Erdnüsse usw.) und der feinen Backwaren (Kekse, Marmor- und Sandkuchen, Torten usw.) die stärksten Zuwächse. Der Pro-Kopf-Verbrauch bei den feinen Backwaren stieg 2020 um 4,7 Prozent auf 8,41 kg.