Systemrelevante Ernährungsindustrie NGG fordert höhere Löhne

18. Dezember 2020

Sorgen dafür, dass Lebensmittel in der Krise nicht knapp werden: Für die Beschäftigten in der Ernährungsindustrie fordert die Gewerkschaft NGG im neuen Jahr höhere Löhne. Foto (alle Rechte frei): NGG

Mehr Geld für Ernährer: Die Löhne der rund 2.600 Menschen, die im Landkreis Lüneburg in der Lebensmittelbranche arbeiten, sollen im neuen Jahr deutlich steigen. Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). „Wer Obst und Gemüse verarbeitet, Milchprodukte herstellt oder Getränke abfüllt, macht gerade in Pandemiezeiten einen unverzichtbaren Job. Dafür sollen die Beschäftigten eine faire Anerkennung bekommen“, sagt Steffen Lübbert, Geschäftsführer der NGG-Region Lüneburg.

Seit Beginn der Coronakrise gilt die Ernährungsindustrie offiziell als systemrelevant. Die Arbeitsbelastung hat nach Beobachtung der Gewerkschaft deutlich zugenommen. „Ob beim Backwarenhersteller oder beim Produzenten von Tiefkühlkost – Überstunden und Extra-Schichten sind in vielen Werken seit Monaten an der Tagesordnung, um die Grundversorgung an Lebensmitteln sicherzustellen. Ohne den Einsatz der Beschäftigten gäbe es längst wieder leere Supermarktregale“, betont Lübbert. Für sie fordert die NGG je nach Betrieb und Wirtschaftslage Lohnerhöhungen zwischen 3,5 und 5,5 Prozent.

Die niedersächsische Ernährungswirtschaft gilt mit einer Jahresproduktion von gut 19 Milliarden Euro als zweitgrößter Wirtschaftszweig in der Region. Die Branche beschäftigt laut Arbeitsagentur landesweit knapp 100.000 Menschen in 2.000 Betrieben.